Wandern in der Lüneburger Heide

Hermann Löns die Heide Heide brennt...

Zack Ohrwurm!

Wer nicht gleich bis in die Provence reisen will, aber ihr Flair erleben möchte, der sollte sich unbedingt Zeit nehmen, um die Lüneburger Heide kennenzulernen. Zwischen August und September blüht die Heide und kleidet die Kulturlandschaft in ein rosa-lila Kleid. Das ist die Zeit, wenn sich fast 1,5 Millionen Besucher die schmalen Pfade und Sandwege teilen.

Unsere Touren haben wir daher immer vor oder nach der Blütezeit gewählt, dann, wenn man die romantische Natur der Heide fast alleine genießen kann. Den Ursprung der Heidelandschaft trägt übrigens einen bitteren Beigeschmack, denn es durch extreme Rodung der Waldflächen und Nutzung als Weidefläche hinterließ über die Jahrhunderte hinweg einen nährstoffarmen Boden, nur die „gemeine Besenheide“ das genügsame Heidekraut konnte hier wunderbar gedeihen.

Neben den Besonderheiten wie Hügelgräber, alte Ställe und Speicher kommt ihr bei eurer Wanderung auch bestimmt in den Genuss, die kleinen grauen zottligen Landschaftsgärtner der Heide bei der Arbeit zu beobachten. Die gar nicht so ganz waschechten Heidjer, die Heidschnucken sind das Wahrzeichen der Lüneburger Heide. Die Schafe teilen sich mit Rehen, Wildschweinen, Kreuzottern und vielen Bienen die Heidefläche, denn mehr als 30 Imker mit rund 800 Völkern sammeln hier jedes Jahr wohlschmeckenden Honig.

Mit Dogstours waren wir immer im Hotel in Niederhaverbeck und sind von dort aus zu unseren Wanderungen aufgebrochen. Dabei lassen sich die Wanderwege in der Heide wunderbar zusammenschließen, um richtig lange Wanderungen zu unternehmen oder aber auch nur eine kurze Stippvisite zum Wilseder Berg macht einen Tag in der Lüneburger Heide schon perfekt.

3 Top Wanderungen in der Heide

Wilsederberg-Tour 18km

Wir starten in Niederhaverbeck am Wanderparkplatz. Am Parkplatz führt rechts ein kleiner Pfad leicht bergan in die Heide hinein. Den Pfad folgend kommen wir an eine kleine „Kreuzung“ wir gehen direkt geradeaus weiter – und können das erste Mal die Heide überblicken. Auf dem Weg erreichen wir eine kleine Schutzhütte, die zur Tierbeobachtung dient. Der Weg wird nun etwas schmaler und geht leicht bergab. Unten stoßt ihr auf einen kleinen Bachlauf, herrlich zum Toben für die Hunde. Nach dem kleinen Steg biegt ihr links ab und bei der ersten Möglichkeit kurz vor dem Wald sofort wieder nach rechts. Vorbei an einem alten Zaun, der zum Schutz von Weidevieh diente und mystisch hier im nirgendwo steht. Am Ende des Weges wendet ihr euch nach rechts bis zur nächsten Kreuzung. An dieser wendet ihr euch nach links und folgt dem Weg Richtung Forstgut Einem bis zur Straße. Am Forsthaus vorbei geht ihr weiter bis ihr nach links abbiegen könnt. Das Waldstück ist herrlich und dicht. Hier und da knack das Unterholz. Weiter geht’s geradeaus bis zum Wegweiser Heimbruch. Von hier aus führt euch eine sehr gerade Strecke zur Heide und plötzlich lichtet sich der Wald und ihr steht schon mitten in der Heidelandschaft. Vor euch liegt der Anstieg zur höchsten Erhebung der Norddeutschen Tiefebene. Nimmt euch Zeit und genießt den Ausblick, viele Bänke laden euch zu einem Picknick ein! Vom Berg aus geht es weiter zum Dorf Wilsede. Dort findet ihr viele bronzezeitliche Hügelgräber, historische Wegespuren, Grenzmarkierungen, Findlingsmauern, alte Schafställe, Treppenspeicher und in beeindruckenden Hofgehölzen gelegene reetgedeckte Bauernhäuser. Ein Ausflugslokal serviert selbstgemachten Kuchen und herzhafte Leckereien.

Wir verlassen das Dorf, so wie wir reingekommen sind, doch statt zum Berg wandern wir nun gerade aus Richtung Niederhaverbeck. Nach gut 1km findet ihr links einen kleinen Pfad Richtung Bolterberg, diesen folgt ihr bis ihr wieder auf einen der großen Wege mit Kopfsteinpflaster trefft. Folgt diesem bis zu dem kleinen Ort Overhaverbeck. Bald ist diese Tour vorbei, am Bushaltehäuschen wendet ihr euch nach rechts und seht schon den Parkplatz.

Tipp 1: Wer nicht mehr kann und wenn der Hund das mitmacht, den bringt das Heidetaxi auch wieder zurück – mit der Pferdekutsche!
Tipp 2: diese Tour kann an vielen Abschnitten abgekürzt werden, am besten nehmt ihr euch passendes Kartenmaterial mit!

Pietzmoor-Wanderung 10km

Das uralte Pietzmoor zauberdunkel ruht das Moor…nebelumhüllt…zeitenstill… ist das größte zusammenhängende Moorgebiet der Lüneburger Heide.

Fast 8000 Jahre ist es alt das Pietzmoor bei Schneverdingen in der Lüneburger Heide alt und strahlt dabei eine magische Anziehung aus. Das Pietzmoor verzaubert mit seinem bizarren Landschaftsbild und seiner geheimnisvollen Stimmung.

Für alle die gerne mehr Informationen haben möchten, für die bietet sich Von Mai bis Oktober die Teilnahme an einer geführten Wanderung durch das Pietzmoor an. Erlebt leuchtende Torfmoose, Wollgras und Sonnentau sowie Birken- und Kiefernstümpfe die aus dem Moor emporragen, sie bilden das Gesicht dieser eindrucksvollen Landschaft.

Aber ihr könnt auch ganz alleine durchs Moor wandern. Ein etwa 5 km langen Rundweg über Bohlenstege führt euch durch die geheimnisvolle Hochmoorlandschaft. Dabei entdeckt ihr nicht nur bizarre Formen, sondern auch diese spezielle Tier- und Pflanzenwelt. Die spannenden Informationstafeln erzählen euch alles Wissenswerte rund um das einmalige Pietzmoor.

Verlaufen ausgeschlossen – und für alle die noch ein Stück weiter wandern möchten – einfach die Straße überqueren und auf der anderen Seite weiter durch die Heide wandern. Dort sind die Wege übersichtlich. Zurück zum Pietzmoor findet ihr immer!

Heidschnuckenweg

Übrigens gibt es in der Heide auch die Möglichkeit, die Heidelandschaft in Gänze kennenzulernen. Der Heidschnuckenweg bietet über 223km einen wahren Streckenwandertraum an. Zudem könnt ihr problemlos ohne Gepäck wandern. Die Tourismuszentrale der Lüneburger Heide bietet diese Konzept an – Hunde sind willkommen!

Denkt bitte an die Leinenpflicht in der Heide!

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