Tipps zum Wandern mit Hund – was ihr beachten solltet!

4 wichtige Grundelemente

  • Die Fitness

  • Der Weg

  • Der Ausrüstungscheck

  • Die Planung

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten mit seinem Hund zusammen die Natur zu erleben. Egal ob die Wanderungen zur Bergtour wird oder man sich übers flache Land pirscht. Wandern mit Hund ist eine abwechslungsreiche Freizeit- und Urlaubsbeschäftigung. In unserer Zeit als Reiseveranstalter haben wir verschiedene Touren erwandert und sind auf paar Dinge aufmerksam geworden, die bei einem normalen Spaziergang nicht auftauchen.

Deswegen haben wir euch die wichtigsten Punkte zusammengefasst, damit ihr gut vorbereitet zur eurer nächsten Tour aufbrechen könnt. Diese Tipps entstammen unserer persönlichen Erfahrung, ob die Liste für jeden praktikabel ist – können wir nicht garantieren – garantiert ist diese Liste um Punkte erweiterbar, daher freuen wir uns schon auf eure Tipps in den Kommentaren!

Die Fitness:

Kondition & Gesundheit & Alter

Könnt ihr euren Hund gut einschätzen? Bei einer Wanderung im Allgäu hatte wir eine liebe Berlinerin dabei, sie gerade 71Jahre und ihr Hund Samba bereits 13 Jahre. Wir dachten nur Prost Mahlzeit, das kann ja was geben – typischer Fall von Schublade auf Kunde hinein und Schublade wieder zu. Unsere Touren waren immer mit einem Schwierigkeitsverweis gekennzeichnet, so dass jeder ungefähr wissen konnte, welche persönlichen konditionellen Voraussetzungen man benötigte und auch die vom Hund. Am Ende jeder Tagestour wurden wir eines Besseren belehrt – von da an nannten wir die Berlinerin nur noch unsere Bergziege, denn sie und ihr Hund gingen immer voran und bestimmt quasi das Tempo. Respekt!
Aber ist es immer so leicht den eigenen Hund einzuschätzen? Wie erkenne ich, ob mein Hund und auch ich bereit sind für große Tagestouren oder sogar Mehrtagestouren? Dies gelingt wohl am besten in dem man es ausprobiert. Dazu nutzt ihr Gegenden in der ihr euch gut auskennt, damit man zur Not die Tour auch abkürzen kann, wenn die Füße und Pfoten nicht mehr können. Die eigenen Grenzen kennen lernen ohne den Hund dabei zu überfordern. Wie viel zu viel ist und wie lang zu lang ist, hängt natürlich von vielen Faktoren ab – auf zum Selbstversuch!

Grundsätzlich kann man allerdings festhalten, zu junge oder kranke Hunde, sollten auf ihre Bedürfnisse angepasste „Wanderungen“ laufen, damit die Gelenke und Knochen geschont werden und der Ausflug für alle ein schönes Erlebnis wird.

Eine gute und gesunde Grundkondition ist also wichtig. Ein weiterer wichtiger Punkt kann die Rasse sein, denn nicht alle Hunde haben die gleiche körperlichen Voraussetzungen, daher ist es noch umso wichtiger, dass ihr euren Hund gut einschätzen könnt. Bei unseren Tagestouren (12-16km) hatten wir bestimmt jeden Hund dabei, auch bei Mehrtagestouren in den Bergen oder am Meer waren vom Dackel bis zur Dogge.

Wenn unsere kleine Fellnase nicht mehr kann, wird sie getragen, allerdings nicht auf dem Arm, sondern auf dem Rücken. Es gibt auch spezielle Rücksäcke für Hunde.  An manchen Tagen liegt das bei unserem Hund am Weg selber, zum Bespiel mussten wir neulich im Kleinwalsertal über viele hohe Felsstufen wandern und irgendwann hat der kleine Körper dann gesagt – es reicht. Denn auch Hunde können Muskelkater oder Muskelfaserrisse bekommen, wenn sie überlastet sind.

Das ist Samba -die Bergziege!

Der Weg:

Wegbeschaffenheit & Gefahrenstellen

Sicherlich ist da euch auch schon passiert. Plötzlich gerät euer Hund in Panik, bellt ein vermeintliches Monster an, will sogar flüchten oder kann einfach nicht mehr weiterlaufen. Manche Hunde beweisen einen ausgeprägten Respekt vor Treppen mit offenen Stufen oder vor Brücke mit Gittern. Denn genau solche Gefahrenstellen könnten euch unterwegs begegnen. Daher ist es immer ratsam, bestimmte Situationen im Vorfeld zu trainieren. In den meisten Wanderführen wird auf bestimmte Schwierigkeiten und Wegbeschaffenheiten hingewiesen, aber eben nur für den Menschen.

Unser Tipp für Gitterbrücken, wenn euer Hund nicht zu schwer ist, am besten kurz tragen oder zieht eurem Hund Pfotenschoner an, natürlich nur wenn euer Hund das kennt, damit verhindert ihr Verletzungen an dem Ballen oder Zehen. (auch das beides im Vorfeld üben). Leider ist es nicht immer möglich an diesen Stellen einen alternativen Weg zu finden.  

Informiert euch am besten vor der Wanderung, wie die Wegbeschaffenheit ist, also gibt es viel Asphalt oder Geröll? Wie sind lang ist die gesamte Strecke und wie viele Höhenmeter sind zu überwinden? Denn auch für die Fellnasen ist bergab laufen genauso schwierig wie für uns!

Gibt es Stellen, die Alpin oder mit einem Klettersteig versehen sind, benötigt ihr Sicherungsmaterial, bzw. ist der Weg für Anfänger geeignet – oder ist eine geführte Wanderung besser?

Gefahren können auch ganz anders aussehen! Eine Kuhweide mit jungen Tieren, wildreiches Gebiet, in manchen Regionen sind Schlangen zu Hause z.B. Kreuzotter in der Heide.

Der Ausrüstungscheck:

Ausrüstung & Leine & Verpflegung

Der eigene Rucksack ist gepackt und eigentlich schon voll? Was muss ich denn für meinen Hund einpacken? Ganz oben auf der Liste, was packe ich für meinen Hund ein, steht genug Wasser. Bei manchen Touren kommt ihr an Wasserquellen vorbei, bei andern wiederum nicht. Vor allem wenn die Sonne strahlt und die Temperaturen hoch sind, dann ist es wichtig den Hund vor Überhitzung zu schützen. Ein nasses Tuch um den Hals oder ein nasses T-Shirt kann eurem Hund auch eine Abkühlung bieten. Es gibt auch Kühljacken für Sommertage.

Wie oben schon erwähnt, packt einen Pfotenschutz ein! Nicht nur einen, sondern für jede Pfote einen. Warum – ein Duke kommt selten allein. Bergtouren über unwegsames Gelände beanspruchen alle 4 Pfoten mehr als ein Wanderweg im Wald.

Erste-Hilfe-Set für Mensch und Hund unterscheidet sich nicht wesentlich, dennoch solltet ihr euren Verbandskasten entsprechen aufrüsten. Genügend Desinfektionsmittel (FÜR HUNDE) und Watte sowie selbstklebende Mullbinden dabeihaben sowie eine Zeckenzange und Pinzette. Auch Pfotenpflege gehört ebenfalls eingepackt.

Je nach Größe eures Hundes, könnt ihr auch einen speziellen Rucksack / Packtasche für den Hund verwenden. Hier gilt übrigens auch das Motto – üben und trainieren! So kann euer Hund leichte Dinge selber tragen.

Halsband, Geschirr, Leine, Flexileine, Schleppleine, Bauchgurt oder Freilauf? Das ist wieder ganz individuell zu betrachten und hängt zum einem vom Gehorsam und der Abrufbarkeit sowie der Leinenführigkeit des Hundes ab. UND natürlich von der Region in der ihr wandern möchtet. Im Landschaftsschutzgebiet, kann unter Umständen ganzjährig Leinenzwang herrschen aber auch die Jahreszeit (Brut& Setzzeit) verpflichtet zum anleinen. Andere Gründe können durchaus sein, dass je nach Wanderung auch die Gefahr eines Absturzes besteht, da der Hund die Gefahr der Höhe nicht richtig eingeschätzt hat. Ist euer Hund trittsicher oder eher eine Gefährdung für sich selbst?

Also welche Leine ist nun die Richtige? Ehrlicherweise läuft unser Hund in den meisten Fällen frei, weil der Rückruf sicher ist und der Jagdtrieb nicht vorhanden ist. Wenn wir die Leinen benötigen, dann die normale Alltagsleine. Aber für die Bergtouren ist unser Rat in Punkto Leine, ein Bauchgurt mit einer flexiblen Leinen(Rückstoßdämpfer), damit ihr die Hände frei habt. Oder ihr befestigt die Leine am Rucksack, allerdings ist je nach Größe und Gewicht das nicht immer eine glückliche Lösung. Dafür nutzten wir dann auch das Geschirr, am Halsband wäre uns das Verletzungsrisiko zu hoch. Aber das muss natürlich jeder selbst entscheiden!

Schleppleinen haben verschieden Nachteile, vor allem wenn ihr in einer Gruppe wandert, ist die Gefahr, dass jemand stolpert hoch. Außerdem können sich Schleppleinen auch leicht verheddern. Das ist eine wirkliche Gefahr, falls euer Hund wirklich mal jagen gehen sollte, kann er somit stecken bleiben. Schon selber erlebt, aber mit glücklichem Ende!

Eine wirklich wichtige Lektion, die wir gelernt haben, ist die Namensmarke mit der Telefonnummer.

Na klar denken jetzt einige, das ist doch logisch. ABER habt ihr auch an die Ländervorwahl gedacht? Es muss ja gar nicht Schweden sein, wo euch ein Hund wegläuft, weil das Rentier zu verlockend ist, es reichen dazu ja auch schon Wanderungen in Grenzgebieten. Eine Handynummer ist im Ausland ohne die Landeskennung nichts wert!

Eine Wanderung macht hungrig. In den Bergen laden immer wieder Almhütten zu verweilen ein und wer kennt das nicht – frische Luft macht Hunger! So geht es auch dem Hund, deswegen nehmt auch für den Hund immer eine Portion mit die ihr zwischendurch wie Leckerchen füttern könnt. Damit die Fellnase unterwegs auch bequem ruhen kann, ist eine leichte Decke als Ruckzugsort bei uns immer dabei.

Auch wenn eure Turbo-ich-lauf-immer-weiter-und-bin-nie-K.O.-Kanone fit durch die Gegend turnt, holt ihn mal runter und macht genug pausen.

Was alles sonst noch in den Rucksack hineingehört, findet ihr in unserem Blogbeitrag 1×1 Rucksack packen!

Blick übers Kleinwalsertal

Die Planung:

Vorbereitung & Kommandos

Planung ist das A&O. Auch wenn es nur eine Tagestour ist, ist eine optimale Vorbereitung wichtig, sonst steht ihr vielleicht mitten im Wald, die Pfote blutet, ihr habt keinen Verband dabei und wisst auch nicht wo der nächste Tierarzt ist, geschweigen denn welche Weg der schnellste zurück ist. Deswegen immer im Vorfeld die Nummer des nächstens Tierarztes im Handy speichern, denn es gibt Regionen in der werdet ihr kein Internetempfang haben.

Also schaut euch das Kartenmaterial genau an, macht euch Notizen zu Abkürzungen. Wie sind die Wege, Streckenlänge & Höhenmeter, welche Gefahren lauern.

Bin ich und mein Hund optimal Vorbereitet auf die geplante Wanderung oder müssen wir noch trainieren. Kondition und Kommandos? Wie schwer ist mein Rucksack, kann ich das alles tragen?

Wenn ihr in eine komplett neue Umgebung aufbrecht, hinterlasst am Auto oder bei Bekannten / Hotelwirt eine Nachricht, wo ihr wandert und wann ihr zurück sein möchtet. Beobachtet die Wetterlage. In den Bergen könnt ihr schnell vom einem Gewitter überrascht werden!

Grundsätzlich sollten die Grundkommandos sitzen, vor allem in schwierigen Passagen solltet ihr euch auf euren Hund 100% verlassen können. Aber welche Kommandos könnten euch noch helfen, wenn ihr zu Wanderungen aufbrecht? Uns fallen da spontan so wichtige Kommandos ein wie Warte/Stopp/Steh. Die sollten nicht nur dafür verwendet werden, wenn euer Hund im Freilauf auf die nächste Ecke zu läuft und viel früher als ihr seht was Tolles dort wartet, sondern auch wenn ihr in schwierigen unwegsamen Gelände unterwegs seid, sind diese Kommandos sehr hilfreich. Ihr möchtet eurem Hund zum Beispiel zeigen wie er sicher zum nächsten Punkt springt, anstatt in unkontrolliert springen zu lassen. Auch das Signal „hinter /back“ ist auch sehr wichtig, denn manchmal ist es einfach sicherer, dass der Hund hinter dir läuft.

Generell gilt es bei den Wanderungen immer vorausschauend zu laufen und Gefahren möglichst früh zu erkennen. Auch wenn euch andere Wanderer entgegenkommen – mit oder ohne Hund – nimmt euren kurz zu euch heran. Das hilft vielen sehr!

Wenn ihr noch Fragen oder Anregungen zu diesem Thema habt, hinterlasst uns doch gerne einen Kommentar oder schreibt uns eine E-Mail. Gerne überarbeiten wir den Beitrag, mit entsprechenden Tipps von euch!

Viel Freude auf eurer nächsten Tour!

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